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Vierter KlassikSonntag! mit der Westdeutschen Sinfonia Leverkusen

- - Forum (Großer Saal)

Fabiola Kim Foto: Dario Acosta

Vierter KlassikSonntag!

Westdeutsche Sinfonia Leverkusen

Fabiola Kim Violine Dirk Joeres Leitung

 

Niels Wilhelm Gade Ouvertüre „Nachklänge von Ossian“ op. 1

Felix Mendelssohn Bartholdy Konzert für Violine und Orchester e-moll op. 64

Robert Schumann Sinfonie Nr. 1 B-Dur op. 38

 

Einführung mit Musik und Gespräch um 11:00 Uhr.

Öffentliche Probe um 17:00 Uhr.

Empfohlen für Familienkarte PLUS für Publikum ab 12 Jahren.

 

Angeblich altkeltische Dichtung, tatsächlich aber die Elaborate eines schottischen Hauslehrers: Die „Gesänge des Ossian“, vielleicht die größte Fälschung der Literaturgeschichte, hat uns traumschöne Musikwerke beschert, unter anderem von Beethoven, Schubert, Mendelssohn, Brahms, Massenet – und vom Dänen Niels Wilhelm Gade, der seine Ouvertüre bei einem Wettbewerb einreichte und damit 1843 auf einen Schlag berühmt wurde. Mal mit elegischen Kantilenen, dann wieder mit martialischen Gesten durchstreifen archaische Heldengestalten eine nebelverhangene Landschaft – „Formel hält uns nicht gebunden, uns’re Kunst heißt Poesie!“

Gades Leipziger Freund Mendelssohn, mit dem er sich zeitweise die Leitung der Gewandhauskonzerte teilte, hatte schon im Alter von 13 Jahren ein erstes Violinkonzert verfasst, das er später verwarf. Unter dem Eindruck der Begegnung mit dem Geiger Ferdinand David 1838 wandte er sich der Gattung erneut zu; das Konzert entstand in mehrjährigem Ringen und wurde eines seiner letzten vollendeten Werke. Bei aller Virtuosität wird es nie oberflächlich; Zeugen des gereiften Handwerks sind der originelle attacca-Anschluss des langsamen Satzes, die geschickte langsame Einleitung des Finales, eine organisch in die Durchführung integrierte Kadenz und über allem die feine Noblesse des Ausdrucks.

„In feuriger Stunde geboren“ sei seine Erste Sinfonie, die Robert Schumann in wenigen Tagen im Januar 184 skizzierte. Bis dahin war er fast nur als Komponist von Klaviermusik und Liedern in Erscheinung getreten; wenngleich er sich in den 1830er Jahren schon einmal mit durchwachsenem Erfolg an der Sinfonik versucht hatte. „Frühlingsbeginn – Abend – Frohe Gespielen – Voller Frühling“ waren die ursprünglichen Überschriften der Sätze, die der Komponist später wieder verwarf. Auch mancher musikalische Einfall bietet sich für programmatische Deutung an, wie etwa dem Trompetenruf gleich zu Beginn – Himmlischer Weckruf? Ein Leipziger Nachtwächter? Zugleich mag der Frühling für Aufbruch und Neuanfang stehen und für das Bestreben, das manchmal erdrückende Vorbild Beethoven hinter sich zu lassen. – Vom väterlichen Freund Mendelssohn dirigiert, wurde die Uraufführung im Leipziger Gewandhaus 1841 ein großer Erfolg.