Wilfried Schmickler

- - Forum (Großer Saal)

Foto: Ilona Klimek

„Kein Zurück!“

Deutschland im Aufbruch! Wo geht es hin? Wer darf mit? Und vor allem: wann geht es endlich los? An den Haltestellen stehen die Verunsicherten im Dauerregen und warten auf die nächste Mitfahrgelegenheit. Denn alle wissen: Wer jetzt den Anschluss verpasst, der landet auf dem Abstellgleis: aussortiert, verloren, abgehängt. Aus den Lautsprechern: Durchhalteparolen. An den Anzeigetafeln: Werbung für Beruhigungsmittel.

Hinter den Auskunfts-Schaltern: Kollege kommt gleich. Die als Glückspilze verkleideten Mitarbeiter des Heimat-Ministeriums verteilen Gutscheine für Rückfahrkarten. Traumreisen in die Vergangenheit. Nostalgie-Trips in die Welt von Vor-vor-Gestern. Wenn möglich, bitte umkehren. Aber es gibt kein neues Leben im Alten und es gibt kein trautes Heim im untergegangenen Reich. Es gibt kein Zurück! Und deshalb hat Schmickler nach vorne geschaut. Und was er da gesehen hat, davon berichtet er bei seinem Leverkusener Heimspiel in seinem aktuellen Programm „Kein Zurück!“– wie immer blitzschnell, genau, perfide, direkt, derb, rotzfrech und poetisch.

Mit der Gewandtheit des kampferprobten Moralisten, der sich auf die Posaune des Jüngsten Gerichts ebenso versteht wie auf die Schalmei tiefsinnigen Schabernacks, prägt Wilfried Schmickler seit Jahrzehnten die deutsche Kabarettszene. Er gehört zum unverzichtbaren Stammpersonal der „Mitternachtsspitzen“, ist der wohl bezauberndste Altkanzlergattinnendarsteller seit Menschengedenken und darüber hinaus auch der furiose Rausschmeißer. Mit Fug und Recht nannte ihn die Presse den „Scharfrichter unter den deutschen Kabarettisten – bissig und bitterböse, sarkastisch und unglaublich komisch“.