Tamar Halperin

- - Forum (Studio)

Foto: Gregor Hohenberg

SATIE – mit Guy Sternberg (Electronics) – Dauer: ca. 60 Minuten (keine Pause)

Erik Satie ist einer der großen Querdenker der Musikgeschichte, ein genialer, wunderlich scheinender Kauz, der den wuchtigen Marsch des musikhistorischen Fortschritts durch hochoriginelle Maßnahmen zu unterlaufen wusste. Er war ein Pionier in Sachen Minimalismus, Dadaismus, Surrealismus und ausgefeiltem Nonsens – und schuf berückend schöne Miniaturen wie etwa die „Gymnopédies“. Als Freunde nach Saties Tod im Jahr 1925 seine Wohnung in Augenschein nahmen, fanden sie neben zahllosen Regenschirmen und einem chaotischen Durcheinander zwei übereinander gestapelte Konzertflügel. Dieses Bild hat die israelische Pianistin und Cembalistin Tamar Halperin und den Produzenten Guy Sternberg zu einem außergewöhnlichen Programm (und einer erfolgreichen CD) inspiriert: Sie zerlegen Saties Kompositionen in Einzelstimmen, die sie auf unterschiedlichen Instrumenten spielen, um diese Versatzstücke dann übereinander zu schichten.

Neben Musik von Satie erklingen Werke von Claude Debussy und John Cage, die für verschiedene Tasteninstrumente und elektronische Klänge instrumentiert sind und, zusammen mit eigenen Improvisationen, faszinierende Klanglandschaften ergeben. Die Stücke fließen ineinander über, so dass die einstigen Miniaturen eine große Gesamtform herausbilden. Tamar Halperin hat u.a. durch ihre Zusammenarbeit mit dem Jazzpianisten Michael Wollny („Wunderkammer“) und dem Countertenor Andreas Scholl (ihrem Ehemann) große Aufmerksamkeit erlangt; als Solistin arbeitet sie mit internationalen Ensembles wie den New Yorker Philharmonikern zusammen.

"Tamar Halperin hat das schönste Satie-Album des Jahres herausgebracht." (Arnt Cobbers, Fono Forum, September 2016)
"Eine verrücktere, grenzüberschreitendere kreativere und zu Satie besser passende Sammlung von Interpretationen und Aneignungen muss man erst einmal finden." (Klemens Hippel, Applaus, Juni 2016)
"Besonders die oft zu hörenden Stücke, etwa die Gymnopédies, klingen trotz Klangbearbeitung frisch und unverkrampft, erstrahlen geradezu in neuer Coolness." (Concerti, Andreas Falentin, Mai 2016)