Indien – Eine Schnitzeljagd durch die deutsche Provinz

- - Forum (Studio)

Foto: Gerrit Wittenberg

von Josef Hader und Alfred Dorfer
in einer Fassung des Neuen Globe Theaters

Neues Globe Theater Potsdam
Inszenierung und Raumkonzept: Kai Frederic Schrickel
Ausstattung: Hannah Hamburger; Musikalische Leitung: Tilman Ritter; Choreographie: Dominik Büttner
Mit Andreas Erfurth, Sebastian Bischoff, Saro Emirze

Indien – das ist das Sehnsuchtsland von Kurt Fellner, seines Zeichens technische Aufsichtskraft im Außendienst des Fremdenverkehrsamtes Brandenburg. Zuständig im Hotel- und Gaststättengewerbe u.a. für die Kontrolle und Beanstandungen unhygienischer Klobürstenhalterungen, mangelhaft installierter Saunageländer und sich zu gefährlichen Stolperfallen aufrollender Bodenbeläge. Also für die Dinge, die das Leben erst richtig lebenswert machen! Zusammen mit dem meist schlecht gelaunten Restaurant-Inspektor und Schnitzeltester Heinz Bösel begibt sich der übermotivierte, nervtötende Kurt Fellner auf Dienstreise in die vermeintliche Servicewüste Brandenburg: Einer testet die Betten, einer die Schnitzel. Und sie entdecken auf dieser Tour de Force, was echte Männerfreundschaft ausmacht: saufen, streiten, sich versöhnen.

Am Ende dieser bissigen Gaudi über zwei sympathische Unsympathler, die Josef Hader, einer der bekanntesten und populärsten „QuerDenker“, Schauspieler und Kabarettisten Österreichs, zusammen mit seinem Kollegen Alfred Dorfer schrieb und uraufführte, wird es doch noch richtig ernst, denn einer der beiden ist an Krebs erkrankt und stirbt. Aber vielleicht wird er ja, wie man in Indien glaubt, wiedergeboren. Dann wahrscheinlich als Gemüse, er war doch fast ein Vegetarier. Zu wünschen wäre es ihm!

Das Stück für zwei Vollblutkomödianten, angesiedelt irgendwo zwischen Gerhard Polt und Loriot, lotet, begleitet von live gesungenen Schlagern, alle Höhen und Tiefen der deutschen Unterhaltungskultur aus und ist so bestens geeignet, die „fünften Jahreszeit“ einzuläuten.