4. KlassikSonntag! Westdeutsche Sinfonia Leverkusen

- - Forum (Großer Saal)

Foto: Susanne Diesner

Foto: Saad Hamza

Foto: Ulrike von Loeper

Foto: Mischa Blank

11:00 Uhr Einführung mit Musik & Gespräch
17:00 Uhr Öffentliche Probe
18:00 Uhr Konzert

Andreas Reiner: Violine, István-Alexander Gaal: Violoncello, Gisela Hellrung: Oboe, Jens-Hinrich Thomsen: Fagott, Dirk Joeres: Leitung
Edvard Grieg „Aus Holbergs Zeit“, Suite im alten Stil für Streichorchester op. 40
Joseph Haydn Sinfonia concertante für Violine, Violoncello, Oboe und Fagott B-Dur Hob I:105
Wolfgang Amadeus Mozart „Eine kleine Nachtmusik” G-Dur KV 525
Sergei Prokofjew Sinfonie Nr. 1 D-Dur op. 25 („Symphonie classique”)

Als „Neoklassizismus“ bezeichnet man jenen vor allem in den 1910er/1920er Jahren etablierten Stil, der den „Blick zurück nach vorn“ sozusagen zum Programm macht: kreativer Umgang mit der Tradition, teils aus respektvoll verehrender Distanz, teils mit entfremdender Ironie. Sergej Prokofjews „Symphonie classique“ aus den Jahren 1916/17 ist ein Hauptwerk des Neoklassizismus und eines der populärsten Werke seines Schöpfers, der hier einen angesichts seiner Entstehungszeit überraschend unbeschwerten
sinfonischen Erstling im Geiste Haydns und Mozarts vorlegte. Auf ganz ähnliche Weise hatte bereits 1884 Edvard Grieg in seine barockisierende Suite „Aus Holbergs Zeit“ überschäumende kreative Energien gelenkt; ihr frohgemut-forsches Präludium etwa gehört zu den unwiderstehlichsten Eingebungen Griegs. Selbst wer Mozart nicht kennt, kennt doch seine „Kleine Nachtmusik“ – oder zumindest ihr Eingangs-Allegro mit dem unvergesslichen, gänzlich auf Bläser verzichtenden Fanfarenthema. Mit Joseph Haydn steht eine weitere Referenzgröße des Neoklassizismus auf dem Programm – und dies mit einem einzigartigen Werk, das er als ein Highlight für seine zweite Londoner Saison 1792 komponierte: der Sinfonia concertante B-Dur. Sie stellt ein ganzes Solistenquartett (vier „Primadonnen“ also!) auf die Bühne und schlägt dabei ihrerseits u.a. aus dem „Blick zurück“ – nämlich dem auf das barocke Concerto grosso – neue Funken. Dass dieser Funkenflug ein höchst beglückender wird, dafür sorgen die vier Solisten aus den Reihen der Westdeutschen Sinfonia Leverkusen – allesamt bestens eingeführte Stimmführer ihrer jeweiligen Instrumentengruppe.