4. KlassikSonntag! mit der Westdeutschen Sinfonia Leverkusen

- - Forum (Großer Saal)

Konstantin Lapshin

11:00 Uhr: Einführung mit Musik & Gespräch (Schloss Morsbroich)
13:00 Uhr: Themen-Menü (nicht im Preis inbegriffen)
17:00 Uhr: Öffentliche Probe (Forum)
18:00 Uhr: Konzert (Forum)

Joseph Haydn Sinfonie Nr. 45 fis-moll („Abschieds-Sinfonie“)
Dmitri Schostakowitsch Konzert für Klavier, Trompete und Streichorchester c-moll op. 35
Wolfgang Amadeus Mozart Sinfonie Nr. 40 g-moll KV 550

Konstantin Lapshin (Klavier), Uwe Komischke (Trompete), Dirk Joeres (Leitung)

„Etwas Unerhörtes geschah am Pult des zweiten Hornbläsers: er und der erste Oboist standen mitten im Spielen auf, packten die Instrumente ein und verließen das Podium. Elf Takte weiter ergreift der bisher unbeschäftigte Fagottist sein Instrument, doch nur um kurz, unisono mit der zweiten Geige den Anfang des ersten Motivs zu blasen …“ Die Überlieferung, wie sich im Finale von Joseph Haydns Sinfonie Nr. 45 peu à peu die Bühne leert, ist so legendär wie ungesichert. Was auch immer der tatsächliche Grund für diese auskomponierte Pultflucht gewesen sein mag (am wahrscheinlichsten scheint der kollektive Urlaubswunsch der Musiker) – die Wirkung ist frappierend und hat dafür gesorgt, dass diese hochinteressante Sinfonie in der (höchst ungewöhnlichen) Tonart fis-moll alsbald den (nicht von Haydn stammenden) Beinamen „Abschieds-Sinfonie“ erhielt.

Ein Werk des Aufbruchs hingegen ist Dmitri Schostakowitschs Klavierkonzert mit Trompete und Streichorchester aus dem Jahr 1933, das mit überschäumender Spielfreude Anleihen sowohl bei Beethoven wie beim Jazz macht; letzteres hat ihm, wie späterhin so oft, die Missbilligung sozialistischer Funktionäre eingebracht. An Haydns fis-moll-Erkundungen knüpft Mozarts große g-moll-Sinfonie Nr. 40 aus dem Jahr 1788 mit harmonischen Kühnheiten und expressiven Abgründen an, die freilich allemal kunstvoll in die Gesamtform integriert werden; nicht von ungefähr wurde seine vorletzte Sinfonie, „welche mit höchster Erhabenheit die größte Schönheit verbindet, und doch nie ins Wilde und Abentheuerliche abschweift“ (Allgemeine Musikalische Zeitung, 1805), eines seiner beliebtesten Werke.

Klaviersolist in Schostakowitschs Konzert ist der in London lebende russische Pianist Konstantin Lapshin, den Murray Perahia als „ein ganz besonderes Talent“ bezeichnet hat. Der Preisträger zahlreicher internationaler Wettbewerbe absolvierte zunächst sein Studium am Moskauer Staatskonservatorium bei Lev Naumov und Michail Voskresensky, bevor er in London bei Vanessa Latarche am Royal College of Music studierte. Hier wurde er mit der Chappell Goldmedaille und dem Preis für den herausragendsten Studenten aller Disziplinen ausgezeichnet, worauf er eingeladen wurde, für HRH Prince Charles zu spielen und als 'Rising Star' in der Londoner Cadogan Hall aufzutreten. Die Trompetenpartie gestaltet der Solo-Trompeter der WSL, Uwe Komischke, der diese Funktion u.a. unter Sergiu Celibidache bei den Münchner Philharmonikern bekleidete.

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