4. KlassikSonntag! mit der Westdeutschen Sinfonia Leverkusen

- - Forum (Großer Saal)

Georgy Tchaidze

11:00 Uhr: Einführung mit Musik & Gespräch (Schloss Morsbroich)
13:00 Uhr: Themen-Menü (nicht im Preis inbegriffen)
17:00 Uhr: Öffentliche Probe (Forum)
18:00 Uhr: Konzert (Forum)

Joseph Haydn Sinfonie Nr. 45 fis-moll („Abschieds-Sinfonie“)
Dmitri Schostakowitsch Konzert für Klavier, Trompete und Streichorchester c-moll op. 35
Wolfgang Amadeus Mozart Sinfonie Nr. 40 g-moll KV 550

Georgy Tchaidze (Klavier), Uwe Komischke (Trompete), Dirk Joeres (Leitung)

„Etwas Unerhörtes geschah am Pult des zweiten Hornbläsers: er und der erste Oboist standen mitten im Spielen auf, packten die Instrumente ein und verließen das Podium. Elf Takte weiter ergreift der bisher unbeschäftigte Fagottist sein Instrument, doch nur um kurz, unisono mit der zweiten Geige den Anfang des ersten Motivs zu blasen …“ Die Überlieferung, wie sich im Finale von Joseph Haydns Sinfonie Nr. 45 peu à peu die Bühne leert, ist so legendär wie ungesichert. Was auch immer der tatsächliche Grund für diese auskomponierte Pultflucht gewesen sein mag (am wahrscheinlichsten scheint der kollektive Urlaubswunsch der Musiker) – die Wirkung ist frappierend und hat dafür gesorgt, dass diese hochinteres- sante Sinfonie in der (höchst ungewöhnlichen) Tonart fis-moll alsbald den (nicht von Haydn stammen- den) Beinamen „Abschieds-Sinfonie“ erhielt. Ein Werk des Aufbruchs hingegen ist Dmitri Schostakowitschs Klavierkonzert mit Trompete und Streichorchester aus dem Jahr 1933, das mit überschäumender Spielfreude Anleihen sowohl bei Beethoven wie beim Jazz macht; letzteres hat ihm, wie späterhin so oft, die Missbilligung sozialistischer Funktionäre eingebracht. Als Solisten begrüßen wir den Pianisten Georgy Tchaidze, Gewinner u.a. der Honens International Piano Competition 2009 und seither sowohl solistisch als auch mit Orchestern wie dem Cleveland Orchestra und Ensembles wie dem Borodin Quartett gefeiert, sowie Uwe Komischke, den Solo-Trompeter der WSL.
An Haydns fis-moll-Erkundungen knüpft Mozarts große g-moll-Sinfonie Nr. 40 aus dem Jahr 1788 mit harmonischen Kühnheiten und expressiven Abgründen an, die freilich allemal kunstvoll in die Gesamtform integriert werden; nicht von ungefähr wurde seine vorletzte Sinfonie, „welche mit höchster Erhabenheit die größte Schönheit verbindet, und doch nie ins Wilde und Abentheuerliche abschweift“ (Allgemeine Musikalische Zeitung, 1805), eines seiner beliebtesten Werke.

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