3. KlassikSonntag! Westdeutsche Sinfonia Leverkusen

- - Forum (Großer Saal)

Andrej Bielow (Foto: Marco Borggreve)

11:00 Uhr Einführung mit Musik & Gespräch
17:00 Uhr Öffentliche Probe
18:00 Uhr Konzert

Andrej Bielow: Violine, Dirk Joeres: Leitung

Alexander Borodin „Eine Steppenskizze aus Mittelasien“
Peter Tschaikowsky Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 35
Robert Schumann Sinfonie Nr. 2 C-Dur op. 61

Robert Schumanns Sinfonie Nr. 2 C-Dur aus den Jahren 1845/46 ist – wie auch Schuberts „Große C-Dur- Sinfonie – im Umfeld einer Neuorientierung in Beethovens ehrfurchtgebietendem Nachhall zu verstehen: „Es stand zu fürchten“, so Schumann, „der Name der Sinfonie gehöre von nun an nur noch der Geschichte an.“ Die C-Dur-Sinfonie unternimmt u.a. den überzeugenden Versuch einer zyklischen Vernetzung der sinfonischen Form; ihr emotionales Zentrum aber bildet ein auf Bach („Musikalisches Opfer“) zurück- und auf Mahler (Adagietto der Sinfonie Nr. 5) vorausweisendes, „überirdisch schönes Adagio espressivo“ (E. Hanslick). In dem kleinen Dörfchen Clarens am Genfer See komponierte Peter I. Tschaikowsky im Jahr 1878 sein Violinkonzert D-Dur, das wegen der hohen Anforderungen an den Solisten erst nach geraumer Zeit – dann aber umso vehementer – zu einem Siegeszug um die ganze Welt antrat. Angesichts der Fülle melodischer Eingebungen verwundert die bis heute anhaltende Popularität dieses vortrefflichen Bravourstücks nicht. Der immer wieder aufs Neue bezaubernde russische Komponist und Chemiker Alexander Borodin gehörte zu jenen „Novatoren“ des „Mächtigen Häufleins“, die im Rückgriff auf die nationale Volksmusik die Erneuerung einer ihrer Meinung nach allzu sehr vom Westen beeinflussten Kunstmusik (was nicht zuletzt auf Tschaikowsky zielte) anstrebten. Die melodisch unwiderstehliche und programmatisch höchst anschauliche „Steppenskizze“, die das Erscheinen und Entschwinden einer Karawane in der Steppe Mittelasiens zum Thema hat, ist ein treffliches Beispiel hierfür. Andrej Bielow, 1981 in der Ukraine geboren, machte bereits früh als außergewöhnliche Begabung auf sich aufmerksam. Bald schon konzertierte er mit namhaften Orchestern und bedeutenden Dirigenten in aller Welt und wurde gefragter Gast bei wichtigen Festivals. Von 2005 bis 2014 war er Primarius des renommierten Szymanowski Quartetts. Zu seinen Kammermusikpartnern gehören Kit Armstrong und Nils Mönkemeyer; bei der Kronberg Academy trat er mit Gidon Kremer, Yuri Bashmet und dem Beaux Arts Trio auf. Der Preisträger zahlreicher internationaler Wettbewerbe hat eine Vielzahl hoch gelobter Einspielungen vorgelegt.