Eventdetail

Erster KlassikSonntag! mit der Westdeutschen Sinfonia Leverkusen

- - Forum (Großer Saal)

István-Alexander Gaal Foto: Saad Hamza

Gisela Hellrung Foto: Susanne_Diesner

Jens-Hinrich Thomsen Foto: Mischa Blank

Foto: Dirk Segotta

Erster KlassikSonntag!

Westdeutsche Sinfonia Leverkusen

Nikolai Minchev Violine István-Alexander Gaal Violoncello Gisela Hellrung Oboe

Jens-Hinrich Thomsen Fagott Dirk Joeres Leitung

 

Franz Schubert Zwei Sätze aus der Musik zu „Rosamunde“: Entr-acte Nr. 3; Ballettmusik Nr. 2

Franz Joseph Haydn Sinfonia concertante für Violine, Violoncello, Oboe und Fagott B-Dur Hob I:105

Ludwig van Beethoven Sinfonie Nr. 4 B-Dur op. 60

 

Einführung mit Musik und Gespräch um 11:00 Uhr.

Öffentliche Probe um 17:00 Uhr.

Empfohlen für Familienkarte PLUS für Publikum ab 12 Jahren.

 

Intrige, Giftmord, Staatsstreich, Schäferidyll und wahre Liebe – Helmina von Chézys 1823 uraufgeführtes Drama „Rosamunde“ war trotz oder wegen dieses Kaleidoskops an Verwicklungen ein Misserfolg, Franz Schuberts Schauspielmusik aber blieb. Das Thema des Entr‘acte Nr. 3 hat er später mehrfach wiederverwendet, unter anderem im Streichquartett a-moll D 804. – Mit seiner Sinfonia concertante B-Dur steuerte Joseph Haydn ein neues Highlight zu seiner zweiten Londoner Saison bei – und stellte dabei gleich ein ganzes Solistenquartett auf die Bühne, die Klangfarben der Solo-Instrumente reizvoll kombinierend. In unserer Aufführung werden diese Parts von vier Solist*innen aus den Reihen der Westdeutschen Sinfonia Leverkusen übernommen, allesamt Stimmführer ihrer jeweiligen Instrumentengruppe.

Klarheit, Kontrast, ungebundenes Spiel: Die „griechisch schlanke“ unter Ludwig van Beethovens Sinfonien sei die „Vierte“, urteilte Robert Schumann. Der erste Satz tappt durch das Dunkel einer langsamen Einleitung, erstürmt dann im plötzlich ausbrechenden Vivace beglückt die F-Dur-Höhen des Hauptthemas, humorvoll abschattiert durch ein zwitscherndes Seitenthema. Welch reines Glück, wenn man „nur“ Musik schreiben kann, statt immerfort heroisch zu sein! Das pulsierende Herzklopfen im Adagio des zweiten Satzes trägt eine schmachtende Melodie; ein temperamentvolles Scherzo spielt mit Dreier-Metrum und geradtaktiger Melodie, mit grimmem Blech und scharfen Harmonien; selbst im milderen Trio grollen die Streicher. Der letzte Satz ist ein burlesker Spaß am Rande des Abgrunds, polternd und schroff, mit Ausflügen ins Kantable. Nach zwei überraschenden Fermaten stürzt das Finale motorisch schnurrend und fröhlich in den Abgrund.