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Zweiter KlassikSonntag! mit der Westdeutschen Sinfonia Leverkusen

- - Forum (Großer Saal)

Rebekka Hartmann Foto: Christine Schneider

Zweiter KlassikSonntag!

Westdeutsche Sinfonia Leverkusen

Rebekka Hartmann Violine Dirk Joeres Leitung

 

Michail Glinka Ouvertüre zu „Ruslan und Ludmilla“

Sergej Prokofieff Konzert für Violine und Orchester Nr. 2 op. 63

Antonín Dvořák Sinfonie Nr. 9 op. 95

 

Einführung mit Musik und Gespräch um 11:00 Uhr.

Öffentliche Probe um 17:00 Uhr.

Empfohlen für Familienkarte PLUS für Publikum ab 12 Jahren.

 

Stoff für eine Oper: Eifersucht, Duell und Tod eines Dichters, Doch dies war nicht etwa die Handlung von Glinkas Oper „Ruslan und Ludmilla”, sondern das Schicksal Puschkins, der die literarische Vorlage geliefert hatte. Der Zar war in die Intrige verwickelt, und Zensur konnte nur mit Mühe abgewehrt werden. Kurz vor der Premiere entstand die mitreißende Ouvertüre.

Prokofjew, Weltbürger mit Heimweh, schrieb sein zweites Violinkonzert 1935 dem französischen Virtuosen Robert Soetens in die Finger. Gemäß seiner „neuen Einfachheit” wählte er eine klassische dreisätzige Form und eine transparente, einfache und moderne Klangsprache. Dies wurde im Westen für Neoklassizismus gehalten, in der Sowjetunion hingegen als Abkehr vom Formalismus gewertet und als volkstümlich vereinnahmt. Zu Letzterem trug der Volkston im Hauptthema des 1. Satzes einen russischen Volkston anschlägt. Im atemlosen Schlusssatz hingegen sorgt Schlagwerk für eine charakteristische Klangwelt.

„Aus der neuen Welt“ ist der Beiname von Antonín Dvořáks neunter Sinfonie, inspiriert von seinem dreijährigen Aufenthalt in den USA; dort sog er Eindrücke aller Art begierig in sich auf, so auch Henry W. Longfellows Versepos „Hiawatha“ über den berühmten Propheten der Wendat. Jenseits dieses mutmaßlichen Inhalts stehen die miteinander verschränkten Sätze mit ihren Motiven und Themen in einem komplexen Beziehungsgeflecht. Das erste Hauptthema erscheint in allen folgenden Sätzen, und das Finale verarbeitet zudem die Hauptthemen der Mittelsätze. Hingegen dürften Dvořáks Eindrücke von der Musik der Ureinwohner und der Afroamerikaner eher oberflächlicher Natur gewesen sein; pentatonische Melodik und Synkopen-Rhythmik könnten genauso gut böhmisch sein, und aus dem Ländler im dritten Satz grüßt eindeutig die Heimat!