
Javanische Gamelanmusik trifft auf Werke von Arcangelo Corelli und Lou Harrison
Warum ähnelt die ornamentale Ausschmückung einer melodischen Grundlinie dem barocken Prinzip einer Chaconne oder einer Diminuition? Gibt es Schnittmengen zwischen einer barocken Triosonate und der Musik für Gamelan? Wird eine Kontaktaufnahme unserer westlichen und der südostasiatischen Musik nicht von vornherein durch die unterschiedliche Stimmung der Instrumente, eine andere formale Struktur und eine vollkommen entgegengesetzte Auffassung von Zeit ausgeschlossen? Oder gibt es nicht vielmehr Gemeinsamkeiten im Gehalt, im Kern der Musik? Warum waren und sind Komponisten wie Debussy, Messiaen, Bartók, John Cage oder Steve Reich so beeindruckt von Gamelan-Musik?
Diesen interkulturellen „BeziehungsWeisen“ geht das Konzert mit dem Gamelanensemble Widosari und Musikern der Alte-Musik-Szene nach. Gamelan ist die traditionelle Musik Indonesiens, die auch außerhalb des Landes bekannt ist für den warmen und sonoren Klang bronzener Klangstäbe, Kessel und Gongs (Schon der Anblick des vielfältigen Instrumentariums ist ein Erlebnis!). Das Konzert mit traditionell javanischen Stücken, Barockmusik von Corelli und Werken des amerikanischen Komponisten Lou Harrison bietet u.a. Einblicke in unterschiedliche Aufführungsformen der Gamelanmusik.
Das niederländische Gamelanensemble Widosari spielt sowohl traditionelle als auch neue Musik und arbeitet regelmäßig mit indonesischen Künstlern, Musikern, Tänzern und Komponisten zusammen. Widosari trat bei bedeutenden Festivals wie dem Holland Festival (Utrecht 2004), dem Minimal Music Festival (Kassel 2005) sowie dem International Gamelan Festival Amsterdam (2007) auf.