
Antonio Vivaldi: „Le quattro stagioni” op. 8. Vier Konzerte für Violine und Orchester
Igor Strawinsky: „Le sacre du printemps“. Bilder aus dem heidnischen Russland in zwei Teilen
Einführung: 18.30 Uhr
Sitzplan:
Antonio Vivaldis „Vier Jahreszeiten“-Violinkonzerte und Igor Strawinskys fulminante Ballettmusik „Le sacre du printemps“ (Das Frühlingsopfer) veranschaulichen zwei höchst unterschiedliche Weisen, sich musikalisch auf den Frühling zu beziehen – und beides sind aus gutem Grund die wohl erfolgreichsten Werke ihrer jeweiligen Komponisten. Es waren vornehmlich die „Vier Jahreszeiten“, die der Musikwelt im Gedächtnis blieben, als man Antonio Vivaldi selber mehr oder weniger vergessen hatte; erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde er für das Konzertleben wieder entdeckt. In den „Vier Jahreszeiten“ vereinen sich hochvirtuose Violinkunst, originelle formale Disposition und ein untrüglicher dramatischer Instinkt.
Den Kalenderszenen aus dem barocken Italien stehen Strawinskys „Bilder aus dem heidnischen Russland“ gegenüber. Sie begannen mit Strawinskys „Vision einer großen heidnischen Feier“: „Alte weise Männer sitzen im Kreis und schauen dem Todestanz eines jungen Mädchens zu, das geopfert werden soll, um den Gott des Frühlings günstig zu stimmen“. Und so entstand 1911 bis 1913 eines der wichtigsten Werke des 20. Jahrhunderts, das sich bald schon von seiner ursprünglichen Ballettbestimmung löste und mit seiner faszinierenden Klangpracht und rhythmischen Urgewalt die Konzertbühnen eroberte.
Mit 16 Jahren gewann Mirijam Contzen den renommierten Tibor Varga-Wettbewerb; seither hat die deutsch-japanische Geigerin, die 2001 den „ECHO Klassik“ als Nachwuchskünstlerin des Jahres erhielt, mit Dirigenten wie Eliahu Inbal, Leif Segerstam, Christopher Hogwood, Gerd Albrecht und Bobby McFerrin zusammengearbeitet. Von dem „hervorragenden technischen, klanglichen und interpretatorischen Niveau“ (FonoForum, 2009) der Stuttgarter Philharmoniker konnte man sich in Leverkusen zuletzt 2006 überzeugen. 1924 gegründet, wurden die Stuttgarter Philharmoniker u.a. von Gastdirigenten wie Felix Weingartner, Hans Knappertsbusch, Hans Pfitzner und Wilhelm Furtwängler geleitet. Der junge Chefdirigent Gabriel Feltz (u.a. Preisträger des Dirigentenforums des Deutschen Musikrates) hat das Orchester zu beeindruckenden Erfolgen geführt und sich in Leverkusen bereits mit einer fulminanten Interpretation von Mahlers „Neunter“ eingeführt.