
Johannes Brahms: Klavierkonzert Nr. 1 d-moll op. 15
Antonín Dvorák: Sinfonie Nr. 8 G-Dur op. 88
Die Eintrittskarte berechtigt außerdem zum kostenlosen Besuch der folgenden Veranstaltungen:
11.00 Uhr: Morsbroicher Matinee - Einführung mit Musik & Gespräch
(Dirk Joeres, Horst A. Scholz u.a. im Spiegelsaal von Schloss Morsbroich)
16.00 Uhr: Öffentliche Probe von Teilen des Abendprogramms (Forum)
(Karten für die Morsbroicher Matinee allein kosten 6,50 €/erm. 4,00 €, Bestellung telef.: 0214-406 4113)
Sitzplan:
„Ich möchte vor Neid aus der Haut fahren über das, was diesem Menschen so ganz nebenbei einfällt“. Mit typischem Understatement beschrieb Johannes Brahms sein Verhältnis zu Antonín Dvorák, dem er als Mentor zum Durchbruch als Komponist verhalf – eine „BeziehungsWeise“ ganz uneigennütziger Art. Über Mangel an Ideen hatte Brahms wahrlich nicht zu klagen, und es war eher der Umweg über eine Fülle anderer Konzeptionen, die sein Erstes Klavierkonzert drei Jahre lang, von 1854 bis 1857, reifen ließ. Das Resultat aber ist ein überwältigendes Konzert, das hinsichtlich Anspruch, Ausdrucksreichtum und Dimension Maßstäbe setzte – fast schon „eine Sinfonie mit obligatem [und hochvirtuosem!] Klavier“ (E. Hanslick). Mit der Sinfonie Nr. 8 G-Dur (1889) legte Dvorák, der laut Hans von Bülow „nächst Brahms gottbegnadetste Tondichter der Gegenwart“ seine bis dato eigenständigste sinfonische Errungenschaft vor, in der sich Formbewusstsein mit folkloristisch getönter Anmut verband.
Solist des Brahms-Konzerts ist Freddy Kempf, einer der bemerkenswertesten Pianisten der jüngeren Generation. Der gebürtige Londoner erlangte 1992 große Beachtung, als er jüngster Sieger in der Geschichte der BBC Young Musician of the Year Competition wurde. Seine internationale Karriere verdankt den vielleicht größten Anschub dem Gewinn des Dritten Preises beim Internationalen Tschaikowsky-Klavierwettbewerb 1998 – denn dass er damals nicht den Ersten Preis erhielt, sorgte für Publikumsproteste und einen Aufschrei in der russischen Presse, die ihn zum „Helden des Wettbewerbs“ erklärte. Freddy Kempf hat mit führenden Orchestern der Welt unter herausragenden Dirigenten gearbeitet, u.a. mit dem Philharmonia Orchestra unter Sir Andrew Davis und Kurt Sanderling, dem Royal Philharmonic Orchestra unter Daniele Gatti, dem City of Birmingham Symphony Orchestra unter Sakari Oramo, La Scala Philharmonic Orchestra unter Riccardo Chailly, den St. Petersburger Philharmonikern unter Yuri Termirkanov, und dem Philadelphia Orchestra unter Wolfgang Sawallisch.
Freddy Kempf hat zahlreiche begeistert gefeierte CDs vorgelegt; seine jüngste Aufnahme der Klavierkonzerte Nr. 2 und 3 von Prokofjew ist soeben für den begehrten „Gramophone Award 2010“ nomininert worden.