Eine Produktion von Gintersdorfer/Klaßen in Koproduktion mit Kampnagel Hamburg
und Forum Freies Theater Düsseldorf
Inszenierung: Monika Gintersdorfer; Ausstattung: Knut Klaßen
Mit Cornelia Dörr und Franck Edmond Yao
Othello ist der berühmteste Schwarze auf den Bühnen des Westens, in Afrika kennt ihn kaum jemand – eine europäische Angelegenheit, bei der das Fremde immer neu interpretiert wird. Das Künstlerduo Gintersdorfer/Klaßen, das Theater- und Filmprojekte unter anderem in Hamburg, Düsseldorf, Berlin und Aachen entwickelt hat, initiiert einen Dialog mit dem von der Elfenbeinküste stammenden Tänzer und Schauspieler Franck Edmond Yao und der deutschen Schauspielerin Cornelia Dörr. Franck Edmond Yao spricht französisch, Cornelia Dörr übersetzt live und antwortet auf Deutsch. Ganz allmählich entwickelt sich der Austausch über die westliche Bühnenfigur Othello zum eigentlichen Konflikt von Shakespeare’s Drama. „Othello, c’est qui“ ist komisch, irritierend, spannend und bisweilen eine harte Auseinandersetzung zwischen zwei Kulturen, die von extremen Gefühlen, Vorurteilen und Missverständnissen geprägt ist – ganz nah an Shakespeare’s „Othello“.
Die Inszenierung wurde im Dezember 2009 beim Impulse-Festival als beste Off-Theater-Produktion ausgezeichnet. Damit wird die Gruppe 2010 bei den großen Theaterfestivals in Rotterdam (Internationales Theater Festival Rotterdam), Berlin (Berliner Theatertreffen) und in Wien (Wiener Festwochen) zu sehen sein - und im Forum Leverkusen. „Mit ihrer Produktion „Othello, c’est qui“ haben beide auf äußerst intelligente Weise einen Abend zum Thema kulturelle Differenz erarbeitet. Spielerisch und zugleich ernsthaft wird sich hier dem Mythos Othello genähert … Der Abend ist sowohl politisch, wie auch ästhetisch, als auch sinnlich ein echter Impuls für das deutsche Theater“, so die Jurybegründung zur Preisverleihung.
Diese Veranstaltung wird ermöglicht durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ im Rahmen der Gastspielförderung Tanz aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie der Kultur- und Kunstministerien der Länder.